Kunstgriff trauert um Peter Macho
Wenn in den vergangenen Jahre Seifenkisten durch Oberursel rollten, in der Adenauerallee, im Holzweg und – nach dem Hessentag – in der Strackgasse: Stets war Peter Macho federführend dabei. Er drängte sich nie in den Vordergrund, aber er war letztlich einer derjenigen, die die Oberurseler Seifenkistentradition am Leben hielten. Doch wenn die „Soapboxes“, die Seifenkisten am 23. August wieder vom Marktplatz durch die Strackgasse bis vor die Hospitalkirche rollen, wird Peter Macho fehlen. Er ist vergangene Woche im Alter von nur 66 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.
Der Verein Kunstgriff trauert um ein Mitglied, für das er über Jahrzehnte Heimat war. Fast 20 Mal war Peter Macho mit seiner Frau Regina sowie den Söhnen Lino und Max bei der Paddeltour des Vereins dabei. Fünf Jahre engagierte er sich als Kassenwart und er packte an, wo immer er helfen konnte; im Orscheler Sommer, wo er sich mit seiner Frau auch mal ein Openair-Kino organisierte, aber auch weit darüber hinaus. Dabei hielt er sich mit seiner ruhigen Art gerne im Hintergrund. Die erste Reihe war nie sein Ding. Aber was auch immer er anpackte, erledigte er absolut zuverlässig.
Zu den Seifenkisten kam Peter Macho vor etwa 20 Jahren. Damals wurden die Rennen noch vom Gewerbeverein „fokus o.“ sowie dem Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO) ausgetragen. Schließlich kam der Kunstgriff ins Spiel. Peter Macho und seine Mitstreiter übernahmen Verantwortung, Peter federführend bei der Organisation. Er war es, der das Seifenkisten-Team zusammenhielt und neue Mitstreiter engagierte. Kinder wie Erwachsene machen alljährlich beim Seifenkistenrennen in der Strackgasse mit.
Peter Macho kümmerte sich auch darum, dass jeder, der Interesse hatte, Seifenkisten bauen konnte. Er zeichnete Baupläne und stellte diese kostenlos ins Netz. Jeder sollte mit Teilen aus dem Baumarkt seine eigene Seifenkiste bauen können. Später vertrieb Macho einzelne Teile nebenbei selbst, zum Beispiel Räder und Achsen. Soapboxgarage.com ist im Internet nun nicht mehr erreichbar, aber das Buch „Seifenkistenfabrik“ von Peter Macho gibt es noch immer.
Kunstgriff-T-Shirt und -Hoodie hat sich Peter Macho noch ins Krankenhaus bringen lassen. Tragen kann er beides nun nicht mehr. „Lebt, lasst es euch gut gehen“, hat Peter Macho seiner Familie noch mitgegeben. Sie will es beherzigen. Und der Kunstgriff wird sein stets rühriges Mitglied nicht vergessen.
🖤 Peter, du fehlst.
Die Trauerfeier für Peter Macho ist am Montag, 18. August, um 14 Uhr auf dem Alten Friedhof in Bommersheim.
