Orscheler Sommer: Viel Lob, etwas Kritik und erste Ankündigungen für 2027
Nach dem Orscheler Sommer ist vor dem Orscheler Sommer (OSo), sagt der Verein Kunstgriff – und kündigt unmittelbar nach dem Friedenskulturtag am vergangenen Sonntag, dem letzten OSo-Event in diesem Jahr, bereits zwei Veranstaltungen im kommenden Jahr auf der Bühne im Rushmoorpark an. Gemeinsam mit der Chopin-Gesellschaft werde für Sonntag, 20. Juni 2027, zu einem Open-Air-Klassik-Konzert eingeladen. Zudem werde hr-Moderatoren-Legende Volker Rebell mit der Radio-Rebell-Band erneut ein Beatles-Jubiläum würdigen: „60 Jahre The Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“.
Die Radio-Rebell-Band steht schon in diesem Jahr an einem besonderen Punkt der Kunstgriff-Bilanz für den Orscheler Sommer. Ihr Konzert war das mutmaßlich einzige in der mehr als 40-jährigen OSo-Geschichte, das wegen eines Unwetters komplett abgebrochen werden musste. Der Wind hatte durch die Bühnenrückwand Wasser auf Instrumente und Technik getrieben.
Ansonsten machte Künstlern, dem Kunstgriff-Team und Besuchern in diesem Jahr aber eher die Hitze zu schaffen. So seien viele Menschen zum Beispiel beim Familienfest wohl lieber ins Freibad statt in die Sauna Rushmoorpark gekommen, sagt Kunstgriff-Chef Dirk Müller-Kästner. In der Summe sei der Besuch aber rekordverdächtig gut gewesen. Inklusive der Angebote beim Demokratiekiosk gab es zwischen Juni und Anfang September mehr als 40 Veranstaltungen. Einige Male waren mehr als 1000 Besucher im Rushmoorpark.
Zur mutmaßlich wichtigsten Zahl, dem Verlust oder Gewinn im OSo, will Müller Kästner allerdings noch nichts sagen. Es stünden noch einige Rechnungen aus. Dank vieler spendenfreudiger Besucher, die den Hut, mit dem der Verein Kunstgriff jedes Mal rumgegangen ist, gut gefüllt haben, werde aber nach derzeitiger Schätzung der Kassenwartin zumindest kein nennenswerter Verlust, vielleicht sogar ein kleines Plus in der Bilanz stehen. Gute Voraussetzungen für den beliebten Veranstaltungsreigen im Jahr 2027.
Viel wichtiger als die Zahlen sind dem Vorsitzenden indes die Rückmeldungen zum Programm. Gerade in den vergangenen Tagen habe es dazu viel Lob gegeben; fürs Varieté, für den italienischen Abend, den Schlagerabend oder den Zauberabend mit Pit Hartling. Selbst das abgebrochene Beatles-Konzert sei mehrfach hervorgehoben worden – mit der Bitte es im kommenden Jahr zu wiederholen.
Dazu habe es wieder viel Hilfe von Vereinen und Parteien gegeben. „So viel, dass sich einige unserer Mitglieder schon beschwert hatten, gar nicht mehr anpacken zu müssen“, sagt Müller-Kästner lachend. Auch eine 30 Personen starke Gruppe von Anwohnern, die schon bereit stand, sei nicht zum Einsatz gekommen. „Das war schade. Da gab es auch einen Kommunikationsfehler“, so der Vorsitzende. Im kommenden Jahr würden die Nachbarn aber mit Sicherheit wieder bei einer Veranstaltung hinter der Theke stehen.
Der Kunstgriff-Vorsitzende verschweigt derweil nicht, dass es von drei Anwohnern des Rushmoorparks Kritik gegeben hat. Vor allem wegen der Zahl der Veranstaltungen. „Es gab in diesem Jahr tatsächlich viele laute Angebote in und am Rushmoorpark. Mit vielen hatte der Kunstgriff allerdings gar nichts zu tun.“ Beim Tennisclub sei es mal wegen dessen Jubiläumsfeier bei einem Konzert laut geworden. Auch wegen eines Zumba-Angebots im Park habe er eine Beschwerden wegen der Lautstärke bekommen. „Der Anruferin war es dabei egal, dass der Kunstgriff damit gar nichts zu tun hatte.“ Von den anderen Beschwerdeführern sei hingegen die Arbeit des Kunstgriff durchaus anerkannt worden. Unabhängig davon würden die eingehenden Beschwerden und Vorschläge grundsätzlich nicht vom Tisch gewischt. „Konfrontation ist nicht unser Ding“, sagt Müller-Kästner. Allerdings weiß er auch: Es können nicht alle Wünsche erfüllt werden…
Artikel auch in der Oberurseler Woche vom 11.09.2026, Seite 4
